Am Finanzmarkt brodelt es. Sehr heftig sogar. Das fing schon vor einiger Zeit an. Und zwar mit günstigen Krediten für zukünftige amerikanische Eigenheimbesitzer. Damals sah wohl alles rosig aus. Günstige Kredite, niedrige Zinsen. Sparer haben sich seinerzeit über die niedrigen Zinsen gewundert und wundern sich derzeit mehr oder weniger über Tagesgeldkonto-Zinsen um die 5 EUR p.a.
Doch der Übergang von den niedrigen zu den hohen Zinsen war für die Eigenheimbesitzern aus den USA nicht so prickelnd. Viele konnten ihre Kredite wegen steigender Zinsen nicht mehr bedienen. Mussten ausziehen, es wurde zwangsversteigert. Und weil das nicht nur eine Handvoll Häuser waren, sanken die Immobilienpreise auch noch in den Keller. Das Angebot bestimmt nach wie vor den Markt.
Soweit so schlecht. Anfang des Jahres gab es den ersten (großen) Knall. Und schon zu jener zeit war vielen klar, dass es erst die Spitze des Eisbergs war. Letzte Woche dann gab es den nächsten Knall. Und – welch Wunder – CERN hat mit der ganzen Aktion nichts, rein garnichts zu tun.
Zwar hatten einige Bürger Angst, Cern könnte durch den Teilchenbeschleuniger schwarze Löcher entstehen lassen. Jedoch kämpft Cern zunächst mit Kühlungsproblemen am Teilchenbeschleuniger und ist somit erstmal fein raus. Schwarze Löcher wurden aber dennoch aufgetan. Die KfW Bankengruppe hat mit dem Kreidinstitut Lehman Brothers ein finanztechnisches schwarzes Loch aufgetan und pumpte laut Medienberichten rund 350 Millionen Euro hinein. Die sind jetzt weg. In der neuesten Pressemeldung wird dieser Vorgang auf der KfW-Homepage lapider als Lehman-Vorfall bezeichnet. Das ganze hat sich übrigens letzten Montag zugetragen. Nur kurzte Zeit nachdem Peer Steinbrück den Haushalt der Bundesregierung verabschiedet hat. Ein Haushalt, bei dem man sich doch sehr wundert, dass dieser aufgrund der doch angeblich so guten Konjunktur und hohen Steuereinnahmen nicht ausgeglichen ist. Aber schon in ein paar Jahren will man keine neuen Schulden mehr machen. Weil, sicher wird es die nächsten Jahre noch viel besser laufen. Den Banken wird es wieder gut gehen, die Energiekosten werden weiter steigen und damit auch die Steuereinnahmen und durch die kalte Progression werden die Einnahmen weiter in die Höhe schnellen.
Kalte Progression in einfachen Worten: Alles wird teurer und wir bekommen mehr Gehalt. Die Grenzen in denen der Steuersatz höher wird bleibt aber gleich. Wir haben in unseren Haushalten also mehr Umsatz, am Ende aber weniger zu Essen.
Achja, die USA hat bei der letzten Finanzmarktkriese dem letzten Auftauchen des Eisbergs der laufenden Finanzmarktkrise sofort reagiert. Es werden nun run 700 Milliarden Dollar irgendwohin gepumpt. Damit sich die angeschlagenen Banken erholen können. Wo genau das geld hingehen soll bekommen wir gar nicht so mit. Aber 700 Milliarden? Rechnen wir mal damit, dass ein Haus in den USA 100.000 Dollar kosten könnte. Dann könnten wir davon 7.000.000, also 7 Millionen Häuser kaufen. Oder retten. Wären vor einem Jahr 7 Millionen Eigenheime gerettet worden, hätten heute wohl mindestens 14 Millionen Leute keine Sorgen und ein Eigenheim und die Finanzkrise wäre gar keine Krise.
Das wäre aber dann auch nicht so aufregend wie die Situation jetzt. Und natürlch sollte man sich bei all den Krisen vor Augen halten, dass niemand Geld verbrannt hat. Das Geld ist nicht einfach weg. Das hat jetzt nur jemand anderes. Es ist wie bei der Telekom-Aktie damals. Nicht jeder Aktionär hat damals Geld verloren. Wer zu Beginn eingestiegen ist und im Höhepunkt ausgestiegen ist, der hat sein geld verdrei- oder vervierfacht. Wer bei 100 EURO Aktienwert eingestiegen ist und beim Fall auf 60 EUR dachte, das wird schon wieder, der hatte natürlich das Nachsehen. Aber auch dieses Geld ist nicht weg, das hat jetzt nur jemand anderes.
Und wo wir gerade bei Aktien sind: Wer Gewinne durch Aktien einfahren will, der sollte mindestens ein paar Punkte beachten:
1. Auch wenn man denkt eine Aktie kann nicht tiefer sinken, dem sei gesagt, dass sie das immer kann. Beispiele gibt es genügend.
2. Man sollte sich genau überlegen, ob man die Aktie verkauft, die gerade gute Gewinne eingefahren hat oder die, die gerade gefallen ist. Denn, siehe Punkt 1.
3. Wer Lust auf Glückspiel hat und ausreichend Geld zur Verfügung hat, der sollte jetzt investieren. Spannender als jetzt kann es nicht werden. Es lockt das schnelle Geld! Es werden wieder viele Aktionäre mit satten Gewinnen nach Hause gehen. Aber vorsicht, die gehen alle mit dem Geld von anderen Aktionären nach Hause. Ähnlich wie beim Pokern, das Geld ist nicht weg, das hat danach nur jemand anderes.








1 Trackback
[...] Das ganze (die Lehmann-Pleite) hat sich übrigens letzten Montag zugetragen. Nur kurzte Zeit nachdem… Also pumpen wir jetzt Geld rein. Das Geld hat der Staat zwar auch nicht, aber das wird schon irgendwo her kommen. Danach geht es den Banken und der Wirtschaft wieder gut. Und diejenigen, die hunderttausende oder gar Millionen auf den Kontos haben, müssen nicht befürchten, dass ihre Bank pleite geht. Dafür ist jetzt gesorgt. Das Geld holen wir dann schon wieder woanders rein. Vielleicht bei den gesetzlichen Krankenkassen. Da gibt es jetzt Krankenkassen mit Beitragssätzen von ca. 13%. Es gibt aber auch welche mit 17%. Also wird davon der Durchschnitt genommen, nochmal ein bisschen was draufgepackt und dann der Einheitssatz eingeführt. Kostet vielleicht ein paar Arbeitsplätze, weil es am Ende die kleinen Kassen nicht mehr geben wird, aber dafür ist der Verwaltungsaufwand dann nicht mehr so hoch und Kosten werden gespart. Und wenn das Geld der Kassen dann trotzdem nicht reicht, gibt’s Prämien, die nochmal oben drauf geschlagen werden. Und nachdem unsere Bundesregierung das alles so gut entschieden und gemeistert hat, hoffen wir, dass bis zu den nächsten Wahlen nichts mehr dazwischen kommt. Denn dann steht wieder die Frage im Raum, woher mehr Geld nehmen. Aber bitte nicht von den Großkonzernen, die könnten dann (mit ihren Stromkraftwerken) in’s Ausland abwandern. Die Millionäre könnten (sofern die nicht auch pleite ist) in die Schweiz gehen. Also wäre die beste Lösung doch, die MwSt. auf eine gerade Zahl aufzurunden. 19% kann sich doch keiner merkeln. Eine Schnappszahl würde sich hier eigentlich anbieten. Was kannst Du jetzt tun?Bookmarke den Artikel, wenn er Dir gefallen hat! These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages. [...]